Ticketing & Projektmanagement

Ticketsystem für IT-Dienstleister mit vielen Kunden

Von P-Soft Expertenteam 11 Min. Lesezeit
Ticketsystem für IT-Dienstleister mit vielen Kunden — Ratgeber von Barsavosh Fanavaran

Ein IT-Dienstleister oder Systemhaus braucht ein Ticketsystem, das Anfragen von Dutzenden Kundenfirmen per E-Mail, Webformular und Telefon in einer nummerierten Warteschlange bündelt, zeigt, zu welchem Kunden und welchem Vertrag jedes Ticket gehört, und Installationsprojekte neben dem Supportgeschäft steuert. Hamahang von P-Soft enthält Tickets und Projektmanagement in allen drei Tarifen; Pro ergänzt Dashboards und automatische Benachrichtigungen, Elite ein Kundenportal und SLA-Zusagen.

Eine interne IT-Abteilung hat genau einen Kunden: die Belegschaft des eigenen Unternehmens. Ein Systemhaus, das Netzwerkbetreuung, Softwarewartung oder Serverpflege verkauft, hat dagegen täglich mit Mitarbeitern von zwanzig oder fünfzig fremden Firmen zu tun, jede mit eigenem Vertrag, eigenen Erwartungen und eigenen Ansprechpartnern. Dieses Geschäftsmodell macht das Ticketsystem vom Hilfsmittel zum Rückgrat des Umsatzes. Wenn Ihnen der Grundbegriff noch neu ist, lesen Sie zuerst was ein Ticketsystem ist; hier betrachten wir das Thema ausschließlich aus Sicht eines IT-Dienstleisters.

Wo hakt der Support bei einem Systemhaus mit vielen Kunden?

Inhaber von IT-Servicefirmen kennen diese Muster aus eigener Erfahrung:

  • Die Handynummer des Technikers wird zur Hotline. Die Büroleiterin beim Kunden umgeht den offiziellen Weg und ruft direkt den Techniker an, der beim letzten Mal den Drucker repariert hat. Ist er im Urlaub, existiert die Anfrage praktisch nicht.
  • Jeder Kunde ist „dringend“. Solange niemand sieht, wer einen Premiumvertrag hat und wer nur Basisbetreuung, entscheidet die lauteste Stimme über die Reihenfolge, nicht der Vertrag.
  • Projekte verdrängen den Support. Das Team, das diese Woche das Netzwerk eines neuen Büros einrichtet, ist dasselbe, das den E-Mail-Ausfall eines anderen Kunden beheben soll. Ohne gemeinsame Sicht leidet eines von beiden.
  • Monatsberichte aus dem Gedächtnis. Am Monatsende fragt der Kunde, was Sie für ihn getan haben, und die Antwort wird aus Chats und Notizen zusammengesucht. Vollständig ist sie nie.
  • Leistungen außerhalb des Vertrags verschwinden. Kleine Zusatzaufgaben werden erledigt, aber weil sie nirgends erfasst sind, tauchen sie auch auf keiner Rechnung auf.
  • Wissen geht mit den Leuten. Die Sonderkonfiguration auf dem Server eines Kunden steckt im Kopf eines einzigen Technikers und ist weg, wenn er das Unternehmen verlässt.

Keines dieser Probleme ist eine Frage von Fleiß. Die Techniker arbeiten meist mehr als genug. Es fehlt eine gemeinsame Stelle, an der jede Anfrage einen Besitzer, einen Kunden und einen nachvollziehbaren Verlauf hat. Genau dort setzt ein Ticketsystem an, das für das Geschäft mit vielen Kundenfirmen gedacht ist.

Wie sollte ein Helpdesk für mehrere Kundenfirmen aufgebaut sein?

Für einen Dienstleister funktioniert ein anderer Aufbau als für einen internen Helpdesk. Trennen Sie drei Ebenen:

  1. Kundenebene: Jede Kundenfirma braucht eine eindeutige Zuordnung, damit ihre Tickets, Projekte und ihre Historie gemeinsam sichtbar sind.
  2. Anfrageebene: Jeder Anruf, jede Mail und jedes Formular wird zu einem eigenen Vorgang mit Nummer, zuständigem Techniker, Dringlichkeit und Bearbeitungsstand.
  3. Ebene der geplanten Arbeit: Installationen, Migrationen, die Anbindung einer neuen Filiale oder ein Hardwaretausch laufen als Projekte mit Aufgaben und Terminen.

In Hamahang werden eingehende E-Mails und Webformulare zu Tickets. Die Mitarbeiter Ihrer Kunden müssen ihre Gewohnheiten also nicht ändern: Sie schreiben weiter an Ihre Supportadresse, und die Nachricht landet in der Warteschlange des Teams. Der Messenger von Hamahang ist zudem mit Aufgaben und Tickets verknüpft. Die Abstimmung zweier Techniker über eine Störung bleibt damit beim Ticket und ist für den nächsten Bearbeiter lesbar.

Wartungsverträge und SLA: Jeder Kunde hat sein eigenes Versprechen

Der Großteil des Umsatzes eines Systemhauses stammt aus Monats- oder Jahresverträgen, und jeder Vertrag verspricht etwas anderes. Ein Kunde hat schnelle Reaktion zu Bürozeiten gekauft, ein anderer nur Basisbetreuung. Im Tarif Elite ergänzt Hamahang SLA-Zusagen, damit diese Versprechen zu verfolgbaren Zielen werden. Den Unterschied zwischen Reaktions- und Lösungszeit erläutern wir im Beitrag zu SLAs im Ticketsystem. Speziell für Dienstleister gilt: Leiten Sie jedes SLA aus dem tatsächlichen Vertrag des Kunden ab, statt eine Zahl für alle festzulegen.

Auch das Kundenportal gehört zu diesem Tarif. Der IT-Verantwortliche oder die Büroleitung beim Kunden meldet sich an und sieht die Tickets der eigenen Organisation, ohne für jede Frage bei Ihren Technikern anzurufen. Für ein Servicegeschäft heißt das: weniger „Gibt es etwas Neues?“-Anrufe und mehr Transparenz, wenn die Vertragsverlängerung ansteht. Welche Inhalte Kunden sehen sollten und welche intern bleiben, beschreibt unser Leitfaden zum Kundenportal.

Ein Praxistipp: Arbeiten Sie vor dem Einschalten von SLAs zwei bis drei Monate mit dem einfachen Ticketsystem und messen Sie, wie lange Ihr Team je Anfrageart wirklich braucht. Die Zusage im Vertrag sollte aus diesen Daten stammen, nicht aus dem Wettbewerb mit dem Angebot eines Mitbewerbers. Wer mehr verspricht, als er leisten kann, erhält jeden Monat einen Bericht über Verstöße, und mit Portal sieht der Kunde diesen Bericht ebenfalls.

Tickets und Projekte nebeneinander: Rollouts sind auch Support

Ein großer Teil der Arbeit eines IT-Dienstleisters sind keine Tickets, sondern Projekte: Verkabelung und Netzwerkaufbau in einem Bürogebäude, Umzug der Server in einen neuen Raum, Einrichtung von Notebooks für neue Mitarbeiter. Projekt- und Aufgabenverwaltung ist in jedem Hamahang-Tarif enthalten, daher laufen diese Arbeiten im selben System wie die Tickets. Die technische Leitung sieht, welche Techniker diese Woche in einem Rollout gebunden sind und wer die dringenden Tickets übernehmen soll.

Ein fiktives Beispiel: Die „Netzwerk Kraus GmbH“ betreut 30 Vertragskunden. Für jeden Kunden gibt es ein dauerhaftes Projekt „laufende Betreuung“, und jeder einmalige Auftrag, etwa die Eröffnung einer neuen Kundenfiliale, wird ein eigenes Projekt. Tickets aus E-Mails landen in einer allgemeinen Warteschlange, deren Verantwortlicher sie dem passenden Techniker zuweist. Am Monatsende bilden Ticketliste und Projektfortschritt je Kunde die Grundlage des Monatsberichts. Für die Abrechnung von Zusatzleistungen können die Finanz- und Rechnungsfunktionen von Hamahang helfen; was sie genau abdecken, klären Sie in der Demo.

Welcher Hamahang-Tarif passt zu einem IT-Dienstleister?

Ihre Situation Empfohlener Tarif Begründung
Kleines Team, wenige Stammkunden Start (bis 15 Nutzer) Tickets, Projekte und Aufgaben, Kalender, Dateianhänge, mobile App
Mehrere Technikteams, hohes Ticketaufkommen Pro (bis 50 Nutzer) Dashboards und Berichte, automatische Benachrichtigungen, Messenger, Kanban und Gantt
Formelle Verträge mit Reaktionszusagen Elite (unbegrenzte Nutzer) SLA, Kundenportal, individuelle Workflows, organisationsweite Zugriffsebenen

Die Benachrichtigungsautomatisierung in Pro ist in diesem Geschäft besonders wertvoll: Wird ein Ticket zugewiesen oder ändert sich sein Status, erfahren es die Beteiligten, ohne dass jemand eine Nachricht schreibt. Dashboards zeigen der technischen Leitung, bei welchem Kunden sich die Warteschlange gerade füllt.

In Elite helfen organisationsweite Zugriffsebenen Firmen, die getrennte Teams für verschiedene Kunden führen, festzulegen, welche Gruppe welche Informationen sieht. Mit individuellen Workflows bilden Sie Abläufe wie die Prüfung eines Änderungsantrags vor der Umsetzung nach Ihren eigenen Regeln ab.

Was Hamahang nicht ist: klare Grenzen für Systemhäuser

IT-Firmen suchen manchmal ein Werkzeug für alles. Hamahang verwaltet Tickets, Projekte und Teamabstimmung, bietet aber nicht:

  • Fernwartung oder Fernzugriff auf Anwenderrechner: Für die Verbindung zu Kundensystemen brauchen Sie ein separates Werkzeug.
  • Netzwerk- oder Serverüberwachung und Agenten auf Geräten: Hamahang empfängt keine Störungsmeldungen von Hardware.
  • Automatische Erkennung oder Inventarisierung von Hard- und Software.
  • Fertige Anbindungen an bestimmte Programme: Elite enthält die Karte „API und Integration“, jede Verbindung wird aber in einem technischen Gespräch geprüft; Zusagen im Voraus gibt es nicht.

Helpdesk im Systemhaus einführen: Checkliste

  1. Erstellen Sie eine Liste der Vertragskunden und der jeweils gekauften Zusage.
  2. Machen Sie eine E-Mail-Adresse und ein Webformular zum offiziellen Weg für Anfragen.
  3. Halten Sie Ticketkategorien knapp und eindeutig, etwa Netzwerk, E-Mail, Software, Hardware und Änderungsantrag.
  4. Erfassen Sie Einmalaufträge wie Installationen und Migrationen von Anfang an als Projekte, nicht als Tickets.
  5. Wählen Sie Cloud oder eigenen Server; Hamahang funktioniert in beiden Varianten und ist im Web sowie unter Android nutzbar.
  6. Bringen Sie während der Testphase zwei oder drei echte Kunden vollständig ins System.
  7. Stecken Kundenliste und Anfragehistorie in Excel oder einem alten Helpdesk, überträgt P-Soft die Daten; der Umfang der Migration wird vorab in Tarif und Vertrag festgehalten.

Häufig gestellte Fragen

Kann jede Kundenfirma ihre eigenen Tickets einsehen?

Ja, über das Kundenportal im Elite-Tarif von Hamahang.

Werden Mails der Kundenmitarbeiter automatisch zu Tickets?

Ja. Eine Nachricht an Ihr Supportpostfach oder ein ausgefülltes Webformular erscheint als neues Ticket und wartet auf Zuweisung.

Lassen sich je Vertrag unterschiedliche Reaktionszusagen abbilden?

SLA-Zusagen gehören zum Tarif Elite; wie Sie diese auf Ihre Verträge übertragen, besprechen wir in der Demo.

Enthält Hamahang Fernwartung oder Netzwerküberwachung?

Nein. Hamahang steuert Tickets, Projekte und Teamkommunikation und ist kein Werkzeug für Fernzugriff oder Geräteüberwachung.

Welcher Tarif reicht für ein Supportteam mit fünf Personen?

Start mit bis zu 15 Nutzern, Tickets und Projekten genügt für den Anfang; zu Pro wechseln Sie, sobald Dashboards und automatische Hinweise nötig werden.

Möchten Sie Ihre Kundenanfragen an einem Ort sehen? Demo und Testphase für Hamahang anfragen.

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P-Soft (Barsavosh Fanavaran) Expertenteam

Dieser Artikel wurde von den Spezialisten für Unternehmenssoftware bei Barsavosh Fanavaran (P-Soft) verfasst und geprüft – Entwickler von Produkten wie Hamkhoneh, Avadar, Nooradio und Hamahang.

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