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Digitale Freigabe und Unterschrift im ERP: Freigabeworkflow

Von P-Soft Expertenteam 11 Min. Lesezeit
Digitale Freigabe und Unterschrift im ERP: Freigabeworkflow — Ratgeber von Barsavosh Fanavaran

Digitale Freigabe und Unterschrift im ERP bedeuten: Jede Freigabe wird mit dem Namen des freigebenden Benutzers direkt am Beleg festgehalten, und jede Anforderung wartet mit einer Frist im Freigabekorb der Person, die entscheiden muss. So steht die Antwort auf „Wer hat das genehmigt?“ im Beleg selbst – nicht im Gedächtnis einzelner Mitarbeiter oder in einem Chatverlauf.

In vielen mittelständischen Werken laufen Genehmigungen noch über drei Kanäle parallel: Kugelschreiber auf dem ausgedruckten Bestellanforderungsformular, ein Daumen-hoch in der Messenger-Gruppe und ein „Passt, bestellen“ am Telefon. Das funktioniert, bis etwas schiefgeht – eine Rechnung wird doppelt bezahlt, oder Ware verlässt das Werk, bevor der Kunde seine Anzahlung geleistet hat. Dann zeigt sich, dass keiner dieser Kanäle als belastbarer Nachweis taugt.

Dieser Beitrag zeigt, wie Sie einen Freigabeworkflow für Belege in der Fertigung aufbauen, was ein guter Freigabekorb leisten muss und was die digitale Unterschrift der Benutzer in einem ERP tatsächlich löst – und was nicht.

Freigaben per Zuruf: Warum das Vier-Augen-Prinzip auf Papier bröckelt

Das Vier-Augen-Prinzip ist in fast jedem Betrieb Pflicht. In der Praxis wird es oft ausgehöhlt, sobald die Freigabe außerhalb des Belegs passiert:

  • Entscheidung und Beleg laufen auseinander. Im Chat steht „freigegeben“, aber für welche Fassung der Bestellanforderung? Die mit der nachträglich erhöhten Menge oder die ursprüngliche?
  • Kein sicherer Zeitpunkt. Eine Unterschrift mit Kugelschreiber lässt sich auch Tage später noch daruntersetzen.
  • Anfragen gehen unter. In einer lebhaften Gruppe rutscht eine Anforderung schnell aus dem Blick, und niemand weiß, bei wem sie hängt.
  • Vertretung per Passwort. Ist der Abteilungsleiter im Urlaub, meldet sich eine Kollegin „ausnahmsweise“ mit seinem Zugang an – und der Nachweis nennt die falsche Person.

Für die interne Revision ist das Rekonstruieren solcher Ketten aus Fotos und Screenshots mühsam. Schwerer wiegt der Verhaltenseffekt: Wo eine Freigabe keine klare Spur hinterlässt, wird schneller ungeprüft genehmigt und später leichter bestritten.

Was ein Freigabekorb im ERP leisten sollte

Der Freigabekorb ist die persönliche Liste aller Entscheidungen, die auf einen Benutzer warten. Damit er mehr ist als eine Liste, braucht er vier Eigenschaften:

  1. Ein Korb für alles: Bestellanforderungen, Zahlungen, Auftragsprüfungen und Materialanforderungen an einer Stelle.
  2. Eine Frist pro Vorgang: Ab wann gilt eine Freigabe als verspätet?
  3. Kontext ohne Suchen: Details und Vorgeschichte sind direkt erreichbar.
  4. Gesamtsicht für Führungskräfte: Wie viele Entscheidungen stauen sich in welcher Rolle?

Der letzte Punkt wird gern übersehen. Der persönliche Korb hilft dem Einzelnen, seine Liste abzuarbeiten. Ein Dashboard je Rolle hilft der Werkleitung, Engpässe zu erkennen, bevor Aufträge darunter leiden.

Freigabeworkflow planen: Bestellanforderung, Zahlung, Auftrag

Legen Sie vor jeder Systemeinrichtung auf Papier fest, welche Stufen ein Belegtyp durchläuft. Die Tabelle ist ein fiktives Beispiel; Stufen und Wertgrenzen bestimmt Ihre Geschäftsleitung.

Beleg Freigabestufen (Beispiel) Prüffrage der Stufe
Bestellanforderung Kostenstellenverantwortlicher, dann Einkauf Brauchen wir das? Bei wem beschaffen?
Beschaffung über Wertgrenze Einkaufskommission Wurde die teure Entscheidung mehrseitig geprüft?
Zahlung Buchhaltung, bei hohen Beträgen Geschäftsleitung Liegt ein Zahlungsbeleg vor? Wer darf diesen Betrag freigeben?
Auftragsprüfung Technik, Preis, Planung, Fremdvergabe, Produktion, Geschäftsleitung Ist der Auftrag machbar und wirtschaftlich?
Auslieferung verkaufter Ware Freigabe durch die Buchhaltung Sind die Zahlungsbedingungen erfüllt?
Materialanforderung ans Lager direkter Vorgesetzter Ist der Verbrauch begründet?

Drei Grundregeln halten den Workflow schlank:

  • Jede Stufe beantwortet eine eigene Frage. Prüfen zwei Personen dasselbe, ist eine Stufe überflüssig – und überflüssige Stufen erzeugen Abnicken statt Prüfen.
  • Niemand gibt den eigenen Antrag frei. Funktionstrennung ist die älteste Kontrolle überhaupt.
  • Wertgrenzen schriftlich festlegen. Ab welchem Betrag die Geschäftsleitung zustimmen muss, ist eine Regel, keine Tagesform.

Beispiel: Vom Ersatzteilbedarf bis zur Zahlung

Ein ausgedachter Fall: Die Instandhaltung braucht ein neues Hydraulikaggregat für eine Presse und legt eine Bestellanforderung an. Sie erscheint im Freigabekorb des Produktionsleiters mit zwei Tagen Frist. Er gibt frei, seine digitale Unterschrift wird am Beleg vermerkt. Der Einkauf vergleicht Angebote und bestellt. Mit Eingang der Rechnung wird die Zahlung samt Zahlungsbeleg erfasst; weil der Betrag über der festgelegten Grenze liegt, ist zusätzlich die Freigabe der Geschäftsleitung nötig.

Ein halbes Jahr später fragt der Wirtschaftsprüfer nach. Der Beleg selbst zeigt, wer angefordert, wer freigegeben, mit welchem Zahlungsbeleg gezahlt und wann die Geschäftsleitung zugestimmt hat. Niemand muss alte Chats durchsuchen. Mehr zum Beschaffungsprozess lesen Sie im Beitrag Einkaufsmanagement in der Fertigung.

Stolpersteine bei der Einführung

  • Jede Papierunterschrift übernehmen: Fünf Kürzel auf einem Formular heißen nicht, dass fünf Stufen nötig sind.
  • Ohne Fristen starten: Ein Korb ohne Fälligkeiten füllt sich mit vergessenen Vorgängen.
  • Vertretung ungeklärt: Bestimmen Sie im Voraus, wer bei Urlaub oder Krankheit freigibt – geteilte Passwörter sind keine Lösung.
  • Den Chat als Nebenkanal dulden: Wird das telefonische „Okay“ weiter akzeptiert, wird das System umgangen. Klare Ansage: Freigaben nur im Korb.

Digitale Unterschrift der Benutzer in Data: Möglichkeiten und Grenzen

In Data, dem ERP von P-Soft für Fertigungsbetriebe, hat jeder Benutzer eine digitale Unterschrift auf Belegen: Gibt er einen Vorgang frei, wird sein Name im System am Beleg festgehalten. Der Zweck ist interne Nachvollziehbarkeit – klar zu machen, welche Freigabe zu wem gehört.

Wichtig ist die Abgrenzung: Es handelt sich um eine Funktion der internen Kontrolle. Verlangen Gesetz oder Vertragspartner für ein Dokument eine bestimmte Form der Unterschrift, klären Sie das mit Ihrer Rechtsberatung, statt davon auszugehen, dass die Unterschrift im System sie ersetzt.

Freigabefunktionen in Data und die passenden Tarife

Data wird auf dem eigenen Server des Werks betrieben und per Browser auf Rechnern und Tablets genutzt. Zum Thema Freigaben gehören:

  • Zentraler Freigabekorb mit Frist pro Vorgang und Dashboard je Rolle mit offenen Entscheidungen und Kennzahlen.
  • Anfragen Schritt für Schritt vom Kundenwunsch bis zur endgültigen Freigabe.
  • Mehrstufige Auftragsprüfung (Technik, Preis, Planung, Fremdvergabe, Produktion) mit abschließender Freigabe der Geschäftsleitung sowie ein formeller Freigabeweg zwischen Abteilungen für Material und Arbeitsgänge je Teil.
  • Budgetposten mit Verbrauchskontrolle und mehrstufiger Freigabe; Zahlungen mit Beleg und Freigabe der Geschäftsleitung bei hohen Beträgen.
  • Rechnung mit Warenausgangssperre bis zur Freigabe durch die Buchhaltung.
  • Handkasse und Rücksendungen mit Freigabe der Buchhaltung sowie eine Einkaufskommission für Beschaffungen über der Wertgrenze.
  • Materialanforderung mit Freigabe des direkten Vorgesetzten und eine nicht manipulierbare Lagerhistorie.
Funktion Start Pro Elite
Dashboard, Freigabekorb, globale Suche ✓ ✓ ✓
Lager, Einkauf, Zahlungen ✓ ✓ ✓
Mehrstufige Auftragsprüfung, Material und Arbeitsgänge — ✓ ✓
Budget, Warenausgangssperre, Handkasse und Rücksendungen — ✓ ✓
Digitale Unterschrift der Benutzer — ✓ ✓
Einkaufskommission, automatische Freigabe von Prüfergebnissen in Toleranz — — ✓

Kurz gesagt: Freigabekorb und Dashboards stehen schon im Start-Tarif zur Verfügung. Wer die digitale Unterschrift sowie die Freigabewege für Finanzen, Budget und Konstruktion nutzen möchte, plant mit Pro. Elite ergänzt die Einkaufskommission sowie eine automatische Bestätigung von Prüfwerten im Toleranzbereich, sofern die Qualitätsleitung das für einen Prozess einschaltet. Bestehende Listen aus Excel oder einer früheren Software überträgt das P-Soft-Team; der Umfang dieser Datenübernahme wird im Vertrag festgelegt.

Mehrstufige Freigabe mit Unterschrift in Avadar Handel

Steht bei Ihnen der Warenausgang im Mittelpunkt – etwa im Handel, in der Distribution oder bei Bauunternehmen –, passt die Handelsedition der Lagersoftware Avadar besser. Im Elite-Tarif lässt sich dort eine mehrstufige Freigabe aktivieren: Materialanforderung, Zustimmung von Buchhaltung, Vorarbeiter und Projektleitung, erst danach der Ausgangsbeleg; der Bestand sinkt erst nach der letzten Freigabe. Auf jeder Stufe wird eine digitale Unterschrift festgehalten, und Sie bestimmen, welche Rolle welche Stufe freigibt. Mehr dazu auf der Seite Avadar Handel und im Beitrag zum Freigabeprozess für den Warenausgang.

Häufig gestellte Fragen

Ab welchem Data-Tarif gibt es die digitale Unterschrift?

Die digitale Unterschrift jedes Benutzers auf Belegen ist in den Tarifen Pro und Elite enthalten.

Ist der Freigabekorb auch im Start-Tarif dabei?

Ja. Dashboards je Rolle, der zentrale Freigabekorb mit Fristen und die globale Suche gehören zu allen drei Tarifen.

Ersetzt diese Unterschrift eine gesetzlich vorgeschriebene Unterschrift?

Sie dokumentiert Freigaben im System für die interne Kontrolle. Ob ein Dokument eine bestimmte rechtliche Form braucht, klären Sie bitte mit Ihrer Rechtsberatung.

Wie werden hohe Zahlungen abgesichert?

Zahlungen werden mit Beleg erfasst, hohe Beträge brauchen die Freigabe der Geschäftsleitung; im Elite-Tarif laufen Beschaffungen über der Wertgrenze zusätzlich über die Einkaufskommission.

Kann verkaufte Ware vor der Freigabe der Buchhaltung das Werk verlassen?

In den Tarifen Pro und Elite ist die Rechnung mit einer Warenausgangssperre verknüpft; die Ware bleibt, bis die Buchhaltung freigibt.

Eine Vorführung mit Freigabekorb und digitaler Unterschrift an Belegen, wie sie in Ihrem Werk vorkommen, können Sie über die Data-Übersichtsseite anfragen. Wenn zusätzlich Briefe zwischen den Abteilungen verloren gehen, lesen Sie, wie Sie Posteingang und Postausgang im Werk digital erfassen.

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Dieser Artikel wurde von den Spezialisten für Unternehmenssoftware bei Barsavosh Fanavaran (P-Soft) verfasst und geprüft – Entwickler von Produkten wie Hamkhoneh, Avadar, Nooradio und Hamahang.

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