Lagerverwaltung

Werkzeugausgabe und Leihgeräte verwalten: so geht nichts verloren

Von P-Soft Expertenteam 10 Min. Lesezeit
Werkzeugausgabe und Leihgeräte verwalten: so geht nichts verloren — Ratgeber von Barsavosh Fanavaran

Wer Werkzeugausgabe und Leihgeräte sauber verwalten will, muss bei jeder Ausgabe drei Dinge festhalten: welches Gerät, an wen und mit wessen Unterschrift. Werden Leihgeräte getrennt vom Verbrauchsmaterial geführt und wird die Rückgabe genauso dokumentiert wie die Ausgabe, ist jederzeit klar, wo Bohrhammer, Messschieber oder Baustellen-Laptop gerade sind.

In vielen Werkstätten und Baustellenlagern läuft die Werkzeugausgabe nach dem Prinzip „nimm mit, bring’s zurück“. Ein paar Monate später fehlen bei der Inventur teure Geräte, und niemand weiß mehr, wer sie zuletzt hatte. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie eine Werkzeugausgabe organisieren, welche Angaben auf Papier oder in einer Software stehen sollten und an welcher Stelle eine Lagersoftware wie Avadar unterstützt.

Warum verschwinden Werkzeuge aus dem Werkzeuglager?

Diebstahl ist seltener die Ursache, als man denkt. Meist versickern Werkzeuge in einer Kette undokumentierter Übergaben:

  • Mündliche Ausgabe: Der Vorarbeiter nimmt das Gerät mit, eingetragen wird „später“ – also nie.
  • Weitergabe vor Ort: Der Monteur reicht die Maschine an einen Kollegen weiter, dessen Name nirgends auftaucht.
  • Vermischung mit Verbrauchsmaterial: Verlassen Winkelschleifer und Trennscheiben das Lager auf demselben Beleg, unterscheidet kein Bericht zwischen „verbraucht“ und „kommt zurück“.
  • Keine eindeutige Kennung: Fünf baugleiche Messgeräte liegen im Regal, aber welches fehlt?
  • Projektabschluss ohne Werkzeugabgleich: Die Baustelle wird geräumt, ohne Ausgaben und Rückgaben zu vergleichen.

Strengere Ansagen lösen das selten. Ein einfacher, wiederholbarer Ablauf schon. Dazu kommt ein Kostenfaktor, der oft übersehen wird: Fehlt ein Messgerät, wird nicht nur Ersatz gekauft, sondern es steht auch die Arbeit, bis jemand es gefunden oder neu beschafft hat. Eine saubere Ausgabe spart deshalb nicht nur Material, sondern vor allem Suchzeit und Ärger zwischen Lager und Baustelle.

Leihgerät oder Verbrauchsmaterial? Zuerst die Grenze ziehen

Kriterium Verbrauchsmaterial Leihgeräte und Werkzeuge
Nach der Ausgabe wird verbraucht und verlässt den Bestand bleibt bei einer Person und soll zurückkommen
Kennzeichnung Artikelnummer und Menge genügen jedes Stück braucht ein eigenes Etikett
Verantwortung Abteilung oder Projekt die namentlich unterschreibende Person
Zentrale Frage im Bericht Wie viel wurde verbraucht? Wer hat es gerade?
Beispiele Schweißelektroden, Dichtmasse, Schrauben Bohrmaschine, Waage, Gerüstteile, Prüfgeräte

Ausgabe und Rücknahme in sechs Schritten

  1. Jedem wertvollen Gerät eine Identität geben: eigene Nummer vergeben und ein Barcode- oder QR-Etikett anbringen. Tipps zu Größe und Material finden Sie im Beitrag zum Barcode-Etikettendruck.
  2. Anforderung: Mitarbeiter oder Vorgesetzter nennt Gerät, Zweck und Projekt.
  3. Freigabe, wo nötig: Bei teuren oder sensiblen Geräten gibt nicht der Lagerist allein frei, sondern eine zweite Person.
  4. Ausgabe per Scan und Unterschrift: Der Lagerist scannt das Etikett, der Empfänger unterschreibt den Lieferschein. Ab jetzt hängt das Gerät an einem Namen.
  5. Offene Leihvorgänge prüfen: in festem Rhythmus alles durchgehen, was noch draußen ist.
  6. Rücknahme und Sichtprüfung: Gerät wieder einscannen, Zustand prüfen und Schäden gesondert vermerken.

Überfällige Leihgeräte: Regeln statt Suchaktionen

Wann ein Gerät „überfällig“ ist, legt in erster Linie Ihr Betrieb fest. Viele Firmen vereinbaren, dass Handwerkzeug am selben Tag zurückkommt und Projektgeräte bis zum Ende des Bauabschnitts beim Bauleiter bleiben. Diese Gewohnheiten verhindern, dass sich offene Vorgänge stapeln:

  • Wöchentlich die Liste offener Leihvorgänge ziehen und mit jedem Vorarbeiter durchsprechen.
  • Vor Versetzung oder Austritt eines Mitarbeiters seine offenen Ausleihen klären.
  • Kein Projekt schließen, bevor ausgegebene und zurückgegebene Werkzeuge abgeglichen sind.
  • Defekt zurückgegebene Geräte mit Vermerk erfassen, nicht als normale Rückgabe.
  • Bei der Materialreservierung für Projekte Werkzeuge als eigene Liste neben dem Material planen.

Wer macht was? Rollen in der Werkzeugausgabe

Eine Werkzeugausgabe funktioniert nur, wenn Zuständigkeiten klar verteilt sind. Bewährt hat sich eine einfache Aufteilung, die sich auch in den Rollen von Avadar wiederfindet: Administrator, Vorgesetzter, Operator und Prüfer.

  • Lagerist (Operator): scannt bei Ausgabe und Rücknahme, holt die Unterschrift ein und sieht in Avadar nur das eigene Lager.
  • Vorarbeiter oder Bauleiter (Vorgesetzter): fordert Geräte für sein Team an, verantwortet Weitergaben vor Ort und geht die offenen Ausleihen wöchentlich durch.
  • Geschäftsleitung (Administrator): legt Rückgaberegeln fest, entscheidet über teure Ersatzbeschaffungen und pflegt die Benutzer.
  • Interne Revision (Prüfer): prüft Belege und Berichte nur lesend, ohne etwas zu verändern; diese Rolle gibt es in Avadar ab dem Pro-Tarif.

Wichtig ist, dass dieselbe Person nicht gleichzeitig ausgibt, freigibt und kontrolliert. Schon die Trennung zwischen dem, der scannt, und dem, der die offene Liste prüft, macht Lücken sichtbar, bevor sie teuer werden.

Was sollte eine Software für die Werkzeugverwaltung können?

Nehmen Sie diese Checkliste mit in jede Produktvorführung:

  • Leihgeräte und Werkzeuge getrennt vom Verbrauchsmaterial führen
  • Ausgabe und Rückgabe per Barcode- oder QR-Scan mit Handy oder Scanner
  • Unterschrift des Empfängers auf dem Lieferschein
  • Jedes Stück sofort über Barcode oder Seriennummer finden
  • Eigener Freigabeweg für sensible Werkzeuge
  • Jeder Lagerist sieht nur sein eigenes Lager
  • Nur-Lese-Rolle für die interne Revision
  • Berichte mit Excel-Export für die Monatsbesprechung

Leihgeräte und Werkzeuge in Avadar Industrie und Avadar Handel

Avadar ist eine barcodebasierte Lagersoftware des iranischen Softwarehauses P-Soft und erscheint in drei Editionen. Die Industrie-Edition und die Handel-Edition enthalten beide ein Modul für Leihgeräte und Werkzeuge: Was sich in den Händen einzelner Personen befindet, wird erfasst und nachverfolgt. Die Cargo-Edition für Transport und Logistik hat dieses Modul nicht. Die übrigen Bausteine stammen aus dem gemeinsamen Kern von Avadar:

Funktion Edition Tarif
Erfassung und Nachverfolgung von Leihgeräten und Werkzeugen Industrie und Handel in der Tariftabelle nicht einzeln ausgewiesen; in der Demo klären
Barcode- und QR-Scan, Etikettendruck, Inventur per Scan alle Editionen Start, Pro, Elite
Empfängerunterschrift auf dem Lieferschein alle Editionen Start, Pro, Elite
Abgangsart „Leihe“ neben Verkauf, Umlagerung, Muster, Schaden und Diebstahl Handel Start, Pro, Elite
Prüferrolle und fein abgestufte Benutzerrechte alle Editionen Pro, Elite
Eigene Freigabekette für die Werkzeugausgabe mit digitaler Signatur Handel Elite

Benachrichtigungen in der App und Push-Meldungen aufs Handy gibt es in jedem Tarif. Daten bleiben auch bei unterbrochener Internetverbindung einsehbar – praktisch im Baucontainer mit schwachem Netz.

Eigene Freigabekette für die Werkzeugausgabe (Handel-Edition)

In der Handel-Edition lässt sich ein mehrstufiger Freigabeprozess aktivieren. Im Elite-Tarif definieren Sie für die Werkzeugausgabe eine eigene Kette, getrennt von normalen Materialanforderungen. Sie bestimmen, welche Rolle welche Stufe freigibt, und jede Stufe wird digital signiert. Ein fiktives Beispiel: Ein Innenausbauer möchte, dass der Rotationslaser nur mit Zustimmung der Projektleitung das Lager verlässt, während für Dübel die Freigabe des Vorarbeiters reicht. Zwei getrennte Ketten halten diese Wege auseinander, und später ist nachvollziehbar, wer was freigegeben hat.

Abgangsart „Leihe“: Berichte, die Verkauf und Ausleihe trennen

In der Handel-Edition hat jeder Abgang eine Art. Wird ein Werkzeug als „Leihe“ ausgegeben, landet es im Monatsbericht nicht bei Verkäufen oder Abschreibungen. So sieht die Leitung, welcher Bestand wirklich weg ist und welcher nur vorübergehend außer Haus. Kommt ein Gerät nie zurück, zeigt die Erfassung als Schaden oder Diebstahl den echten Verlust, statt dass ein Phantomartikel bis zur nächsten Inventur im Bestand steht. Mehr zur richtigen Belegart für jede Bewegung lesen Sie im Beitrag über Wareneingangs- und Warenausgangsbelege.

Vom Ausleihbuch zur Software: Einführung in fünf Schritten

  1. Die aktuelle Werkzeugliste in einer Tabelle sammeln, auch wenn sie lückenhaft ist.
  2. Werkzeuge gruppieren: Elektrowerkzeug, Messtechnik, Arbeitsschutz, Großgeräte.
  3. Jedes wertvolle Stück etikettieren.
  4. Alle derzeit offenen Ausleihen einmal mit Unterschrift des Inhabers bestätigen lassen, damit der Startbestand stimmt.
  5. Rückgaberegel und Verantwortlichen für die wöchentliche Prüfung schriftlich festlegen.

P-Soft übernimmt bestehende Daten aus Excel oder Altsoftware in seine Produkte; der Umfang richtet sich nach Tarif und Vertrag.

Häufig gestellte Fragen

Was zählt in der Werkzeugausgabe als Leihgerät?

Jedes Werkzeug oder Gerät, das einer Person vorübergehend überlassen wird und zurückkommen soll, etwa Bohrmaschine, Messschieber oder Prüfgerät. Verbrauchsmaterial gehört nicht dazu.

Welche Avadar-Editionen verwalten Leihgeräte?

Die Industrie- und die Handel-Edition. Die Cargo-Edition ist für Logistik gedacht und hat dieses Modul nicht.

Kann der Empfänger die Ausgabe unterschreiben?

Ja. In jedem Avadar-Tarif kann der Empfänger auf dem Lieferschein unterschreiben – ob Zugang, Abgang oder Umlagerung.

Kann die Werkzeugausgabe eine eigene Freigabe bekommen?

Ja. In Avadar Handel mit Elite-Tarif lässt sich eine eigene Freigabekette mit digitaler Signatur für die Werkzeugausgabe einrichten.

Erinnert Avadar automatisch an überfällige Werkzeuge?

Die Frist legt Ihr eigener Ablauf fest; offene Ausleihen prüfen Sie regelmäßig über die Berichte und den Excel-Export von Avadar.

Wenn Sie Ausgabe und Rücknahme mit Ihren eigenen Daten sehen möchten, fordern Sie eine Avadar-Demo an; das Team von P-Soft hilft bei der Wahl der passenden Edition und des Tarifs.

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Dieser Artikel wurde von den Spezialisten für Unternehmenssoftware bei Barsavosh Fanavaran (P-Soft) verfasst und geprüft – Entwickler von Produkten wie Hamkhoneh, Avadar, Nooradio und Hamahang.

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