Softwareentwicklung

Webbasierte Software entwickeln lassen: Ablauf und Checkliste

Von P-Soft Expertenteam 11 Min. Lesezeit
Webbasierte Software entwickeln lassen: Ablauf und Checkliste — Ratgeber von Barsavosh Fanavaran

Webbasierte Software entwickeln lassen heißt: Sie bekommen eine Anwendung, die zentral auf einem Server läuft und im Browser bedient wird, statt auf jedem Arbeitsplatz installiert zu werden. Sobald mehrere Personen, Abteilungen oder Standorte gleichzeitig mit denselben Daten arbeiten, ist eine Webanwendung meist die bessere Wahl – vorausgesetzt, das Projekt beginnt mit einer gründlichen Analyse Ihrer Abläufe und nicht mit dem Programmieren.

Viele Mittelständler kennen die Ausgangslage: eine in die Jahre gekommene Desktop-Anwendung, daneben mehrere Excel-Listen und ein ständiger Abgleich zwischen beiden. Irgendwann stellt sich nicht mehr die Frage, ob eine richtige Lösung her muss, sondern wie man sie bauen lässt, ohne dass das Vorhaben ausufert. Dieser Leitfaden zeigt, wann sich eine individuelle Webanwendung lohnt, wie ein sauberer Entwicklungsprozess aussieht, was Sie vor dem ersten Gespräch vorbereiten sollten und welche Vertragspunkte wichtig sind – allen voran die Rechte am Quellcode. Die Beispiele sind fiktiv.

Was ist webbasierte Software und worin unterscheidet sie sich von Desktop-Software?

Eine Desktop-Anwendung wird auf jedem Rechner einzeln installiert. Die Daten liegen auf dem Gerät selbst oder in einem freigegebenen Netzwerkordner, und jedes Update muss Rechner für Rechner verteilt werden. Bei einer Webanwendung liegen Programmlogik und Datenbank an einer Stelle, auf dem Server; Anwender öffnen sie einfach im Browser. Dieser Architekturunterschied hat handfeste Folgen:

  • Ein Update wird einmal auf dem Server eingespielt und steht sofort allen zur Verfügung.
  • Zentrale, Lager und Niederlassung arbeiten mit demselben, stets aktuellen Datenbestand.
  • Berechtigungen werden zentral verwaltet; jede Rolle sieht nur, was sie braucht.
  • Smartphones und Tablets nutzen dasselbe System über eine responsive Oberfläche oder eine begleitende App.

Webbasiert bedeutet nicht zwingend „im offenen Internet“. Eine Browseranwendung kann auf einem Server im eigenen Firmennetz laufen und nur intern erreichbar sein, oder auf einem gehosteten Server, damit Mitarbeitende auch unterwegs darauf zugreifen. Welche Variante passt, hängt von der Sensibilität der Daten, Ihrer IT-Landschaft und den internen Vorgaben ab – in Deutschland gehört dazu auch die Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten. Geklärt wird das in der Analysephase.

Wann lohnt sich eine individuelle Webanwendung statt installierter Software?

Web ist nicht automatisch besser. Ein Werkzeug, das nur eine Person an einem Rechner nutzt, kann als Desktop-Programm völlig ausreichen. Die folgenden Anzeichen sprechen dagegen meist für eine webbasierte Lösung:

  • Mehrere gleichzeitige Nutzer: Aufträge oder Auswertungen werden parallel bearbeitet, die gemeinsame Datei ist gesperrt oder Einträge überschreiben sich.
  • Mehrere Standorte: Werk, Büro und Filialen führen getrennte Stände, die am Monatsende jemand zusammenführt.
  • Außendienst: Mitarbeitende müssen unterwegs per Smartphone oder Tablet Daten erfassen.
  • Aufwendige Updates: Jede neue Version muss von Hand installiert werden, und einige arbeiten immer noch mit der alten.
  • Schnittstellen: Zahlungsdienst, Messaging-Dienst oder bestehende Software sollen Daten mit dem neuen System austauschen.
  • Feingranulare Rechte: Unterschiedliche Rollen dürfen unterschiedliche Daten sehen, was sich in einem lokalen Programm schwer absichern lässt.

Haben Sie bereits eine alte Windows-Anwendung, die langsam geworden ist oder deren Hersteller nicht mehr erreichbar ist, führt der Weg eher über Neuentwicklung und Migration als über ein Projekt auf der grünen Wiese. Darum geht es auf unserer Seite zu Software-Rescue und der Migration von Desktop zu Web.

Excel, Desktop-Programm oder Websystem: der direkte Vergleich

Kriterium Excel und Netzlaufwerk Desktop-Anwendung Webbasiertes System
Viele Nutzer gleichzeitig Begrenzt und fehleranfällig Abhängig von Aufbau und Netzwerk Genau dafür ausgelegt
Updates Jede Datei ist ein eigener Stand Auf jedem Rechner einzeln Einmal auf dem Server
Zugriff aus Filiale oder mobil Dateien per E-Mail verschicken Schwierig Per Browser oder App
Rollen und Berechtigungen Kaum vorhanden Möglich, aber lokal Zentral steuerbar
Änderungshistorie und Nachvollziehbarkeit Mühsam Je nach Produkt Von Anfang an planbar

Webanwendung entwickeln lassen: der Ablauf in fünf Phasen

Ein verlässliches System entsteht vor allem durch die richtige Reihenfolge. Projekte zur Entwicklung von Individualsoftware bei P-Soft folgen fünf Phasen:

  1. Analyse und Beratung: Anforderungen, Prozesse und Ziele werden aufgenommen und dokumentiert – wer erfasst welche Daten, in welchem Schritt, und wer gibt frei?
  2. Konzept und Prototyp: Masken und Bedienabläufe werden entworfen, und ein Prototyp wird zur Abnahme gebaut, damit beide Seiten vor dem eigentlichen Programmieren dasselbe Bild vor Augen haben.
  3. Entwicklung: Das System entsteht auf einer sicheren, erweiterbaren Web-Architektur mit rollenbasierter Zugriffskontrolle und Schnittstellen (APIs) zu anderen Systemen.
  4. Test und Datenübernahme: Nach gründlichen Tests werden bei Bedarf die Daten aus Excel oder der Altsoftware in die neue Datenbank übernommen, damit die Historie erhalten bleibt.
  5. Inbetriebnahme und Betreuung: Das System geht live; Fehlerbehebung, Support und Weiterentwicklung laufen nach der Übergabe weiter.

Was in jeder Phase passiert und welchen Beitrag Sie als Auftraggeber leisten, beschreibt unser Artikel zum Entwicklungsprozess von Individualsoftware.

Was Sie vor der Beauftragung vorbereiten sollten

Ein Lastenheft im klassischen Sinn ist nicht nötig. Wer seine täglichen Abläufe verständlich beschreibt, hat einen großen Teil der Analyse schon erledigt. Diese Checkliste macht das erste Gespräch deutlich ergiebiger:

  • Ein einfaches Ablaufdiagramm oder eine schriftliche Beschreibung der Kernprozesse: Wo beginnt ein Vorgang, wer gibt ihn frei, wo endet er?
  • Falls vorhanden: die aktuelle Software oder Screenshots ihrer wichtigsten Masken und Berichte.
  • Beispiele für Formulare, Rechnungen und Excel-Listen, die heute im Einsatz sind.
  • Eine Liste der Benutzerrollen und je Rolle, was sie nicht sehen darf.
  • Die Systeme, mit denen die neue Anwendung Daten austauschen soll.
  • Prioritäten: Welcher Teil würde, wäre er morgen fertig, den größten Engpass beseitigen?
  • Eine erste Vorstellung zum Betrieb: eigener Server im Haus oder gehosteter Server.

Stufenweise Umsetzung: Nicht alles muss auf einmal kommen

Ein verbreiteter Fehler ist der Wunsch, alle Module am selben Tag zu bekommen. Eine schrittweise Umsetzung hat zwei klare Vorteile: Die Kosten verteilen sich über die Projektlaufzeit, und die wichtigsten Funktionen sind früher im Einsatz. Echtes Feedback aus der ersten Ausbaustufe schärft fast immer das Konzept der nächsten.

Ein fiktives Beispiel: Ein Großhändler, der Bestellungen telefonisch annimmt und in Excel pflegt, startet mit Auftragserfassung und Statusverfolgung, ergänzt in Stufe zwei Management-Auswertungen und gibt dem Außendienst in Stufe drei eine mobile Version. Jede Stufe liefert etwas Nutzbares, und das Projekt wird nie zu einer langen Alles-oder-nichts-Wette.

Wem gehört der Quellcode der Individualsoftware?

Klären Sie das vor der Unterschrift. Bei individuellen Projekten von P-Soft gehören Software und Quellcode dem Auftraggeber; der Code wird dokumentiert und versioniert übergeben, sodass Eigentum und Kontrolle vollständig bei Ihnen liegen. Das ist mehr als eine Rechtsfrage: Soll das System später erweitert werden oder ein anderes Team daran arbeiten, macht dokumentierter Code einen enormen Unterschied.

Denken Sie auch an Abhängigkeiten. Standardsoftware im Abo kostet laufend pro Nutzer, und am Ende besitzen Sie nichts; Individualsoftware erfordert eine höhere Anfangsinvestition, aber keine Miete pro Arbeitsplatz. Was sich für Sie rechnet, hängt davon ab, wie speziell Ihre Prozesse sind und wie stark Sie wachsen wollen. Diese Abwägung vertieft unser Vergleich Individualsoftware oder Standardsoftware.

Mobiler Zugriff und Android-App

Heutige Webanwendungen sind responsiv: Die Seiten passen sich selbst an Smartphone und Tablet an, und vielen Nutzern genügt das. Ist der mobile Einsatz anspruchsvoller – etwa bei Servicetechnikern oder Außendienstlern, die ständig unterwegs sind –, kann zusätzlich eine Android-App oder Web-App entstehen, die auf dieselben Daten zugreift.

Typische Fehler bei Projekten mit webbasierter Software

  • Mit der Optik statt mit dem Ablauf beginnen: Eine schöne Oberfläche auf einem falschen Prozess macht das Problem nur hübscher.
  • Excel-Gewohnheiten im Browser nachbauen: Ein neues System ist die Chance, Doppelarbeit zu streichen, nicht dieselben Tabellen online zu wiederholen.
  • Rollen zu spät bedenken: Nachträglich eingebaute Berechtigungen sind teuer und anfällig.
  • Datenübernahme ans Ende schieben: Die Qualität der Altdaten sollte schon in der Analyse geprüft werden; geben Sie dem Entwicklerteam früh eine Stichprobe.
  • Vertrag ohne Supportregelung: Jedes System braucht nach dem Start Korrekturen und Anpassungen.

Ein praktischer Hinweis für Auftraggeber aus dem DACH-Raum: Das Team von P-Soft sitzt in Isfahan (Iran) und stimmt sich mit Kunden schriftlich ab, etwa per E-Mail oder Messenger.

Häufig gestellte Fragen

Für welche Unternehmen lohnt es sich, webbasierte Software entwickeln zu lassen?

Für alle, bei denen mehrere Nutzer oder Standorte mit denselben Daten arbeiten – vom einfachen internen Werkzeug bis zum umfassenden Mehrbenutzersystem.

Muss eine Webanwendung im Internet erreichbar sein?

Nein. Sie kann auf einem Server im eigenen Netz nur intern laufen oder auf einem gehosteten Server für den Fernzugriff. Das wird in der Analyse festgelegt.

Was brauchen Sie von uns für den Start?

Eine Beschreibung oder ein Ablaufdiagramm Ihrer Prozesse und, wenn möglich, die bisherige Software oder einige Screenshots davon. Das genügt für Prüfung und Aufwandsschätzung.

Werden Daten aus Excel oder der Altsoftware übernommen?

Ja. In der Phase Test und Datenübernahme werden die vorhandenen Datensätze in die Datenbank des neuen Systems übertragen, damit Ihre Historie erhalten bleibt.

Wem gehört der Quellcode?

Ihnen. Der Code wird dokumentiert und versioniert übergeben; Eigentum und Kontrolle liegen vollständig bei Ihrem Unternehmen.

Planen Sie eine eigene Webanwendung? Schicken Sie eine kurze Beschreibung Ihrer Abläufe über die Seite Individualsoftware von P-Soft, und unser Team meldet sich mit einer Einschätzung und Aufwandsschätzung.

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P-Soft (Barsavosh Fanavaran) Expertenteam

Dieser Artikel wurde von den Spezialisten für Unternehmenssoftware bei Barsavosh Fanavaran (P-Soft) verfasst und geprüft – Entwickler von Produkten wie Hamkhoneh, Avadar, Nooradio und Hamahang.

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