Zutrittskontrolle

Was ist eine RFID-Karte? 125 kHz, 13,56 MHz und MIFARE erklärt

Von P-Soft Expertenteam 10 Min. Lesezeit
Was ist eine RFID-Karte? 125 kHz, 13,56 MHz und MIFARE erklärt — Ratgeber von Barsavosh Fanavaran

Eine RFID-Karte ist eine kontaktlose Karte mit Chip und kleiner Antenne, die ihre Nummer oder Daten per Funk an den Leser übergibt. In der Zutrittskontrolle begegnen Ihnen vor allem zwei Familien: 125-kHz-Karten (Niederfrequenz), die meist nur eine feste Nummer tragen, und 13,56-MHz-Karten (Hochfrequenz) wie die MIFARE-Familie, von denen manche Generationen Speicher und Verschlüsselung bieten.

Wer beim Händler fragt „Welche Karte soll ich kaufen?“, hört oft nur „125er“, „MIFARE“ oder „13,56“, ohne dass jemand den tatsächlichen Unterschied erklärt. Dieser Ratgeber richtet sich an Hausverwaltungen, Sicherheitsverantwortliche und Einkauf: woraus eine RFID-Karte besteht, wie sich die Frequenzen unterscheiden, was eine reine Lesekarte von einer verschlüsselten Karte trennt und wann Karte, Schlüsselanhänger oder Aufkleber-Tag die richtige Form ist. Die technischen Angaben sind allgemein gehalten; ob eine Karte passt, müssen Sie immer mit Ihrem Leser und Ihrer Zutrittskontrolle-Software prüfen.

Was ist eine RFID-Karte und was steckt darin?

RFID steht für „Radio-Frequency Identification“, also Identifikation per Funk. In jeder Karte liegen eine feine Drahtspule als Antenne und ein winziger Chip. Die meisten Zutrittskarten sind passiv: Sie haben keine Batterie, sondern beziehen die Energie für ihre Antwort aus dem Feld des Lesers, sobald sie in dessen Nähe kommen. Ihre Lebensdauer hängt deshalb vom mechanischen Verschleiß ab, nicht von einem Akku.

Was die Karte an den Leser übergibt, unterscheidet sich je nach Typ. Im einfachsten Fall ist es nur eine Seriennummer, die bei der Herstellung auf den Chip geschrieben wurde. Höherwertige Karten besitzen zusätzlich einen beschreibbaren Speicher, der mit Schlüsseln geschützt ist; der Leser muss sich erst ausweisen, bevor er die Daten lesen darf.

125-kHz-Karte: einfach, günstig, weit verbreitet

Niederfrequenz-Karten (LF) sind seit vielen Jahren in Gebäuden und auf Parkplätzen im Einsatz. Viele von ihnen tragen nur eine feste, unveränderliche Nummer, die bei jedem Lesen ohne jede Sicherheitsabfrage gesendet wird. Ihre Vorteile: niedrigerer Preis, gute Verfügbarkeit und Verträglichkeit mit vielen vorhandenen Lesern.

Die Schwäche liegt genau in dieser Einfachheit. Weil die Nummer unverschlüsselt übertragen wird, lässt sie sich mit frei erhältlichen Geräten vergleichsweise leicht auslesen und duplizieren. Unbrauchbar ist die Karte deshalb nicht: Für Türen mit normalem Schutzbedarf und bei sorgfältiger Kartenverwaltung bleibt sie eine vernünftige Option.

13,56-MHz-Karte und MIFARE: Was ist der Unterschied?

13,56 MHz bezeichnet ein Frequenzband, keine bestimmte Karte. Karten in diesem Band (HF) haben in der Regel mehr Speicher und können Daten in getrennten Bereichen mit unterschiedlichen Schlüsseln ablegen. „MIFARE“ ist der Markenname einer bekannten Kartenfamilie in diesem Band, innerhalb derer es mehrere Generationen und Modelle gibt.

Was Käufer oft übersehen: Nicht alle 13,56-MHz-Karten sind gleich sicher. Sicherheitsforscher haben öffentlich über Schwächen in der Verschlüsselung einiger älterer Generationen berichtet, während neuere Generationen mit stärkeren Mechanismen entwickelt wurden. Hinzu kommt, dass viele Systeme bei 13,56-MHz-Karten nur die Seriennummer lesen und die Verschlüsselung gar nicht nutzen – dann entspricht das Sicherheitsniveau praktisch dem einer einfachen Niederfrequenz-Karte.

RFID-Karte 125 kHz oder 13,56 MHz? Der Vergleich auf einen Blick

Merkmal 125 kHz (LF) 13,56 MHz (HF)
Typische Daten Eine feste Nummer Nummer plus segmentierter Speicher bei vielen Modellen
Verschlüsselung Bei den meisten gängigen Modellen keine Je nach Generation und Modell, von schwach bis stark
Leseabstand in der Zutrittskontrolle Kurz, wenige Zentimeter Kurz, wenige Zentimeter
Kopierrisiko Höher Hoch bis gering, je nach Modell und Leseverfahren
Kartenkosten Meist niedriger Meist höher, besonders bei sicheren Modellen

Die Abstände sind Richtwerte und hängen von Leser, Antennengröße und Einbausituation ab. Für Fahrzeugeinfahrten, bei denen mehr Abstand nötig ist, kommen meist spezielle Transponder zum Einsatz; diese behandelt unser Ratgeber zum Parkplatz-Transponder.

Reine Lesekarte oder verschlüsselte RFID-Karte?

Das ist die wichtigste Sicherheitsentscheidung bei der Kartenwahl. Eine reine Lesekarte funktioniert wie ein Nummernschild: Wer einen passenden Leser hat, sieht die Nummer. Eine verschlüsselte Karte gleicht eher einem Zwiegespräch – Karte und Leser erkennen einander über einen gemeinsamen Schlüssel, bevor Daten fließen, und wer den Schlüssel nicht kennt, erhält nichts Verwertbares.

Verschlüsselung wirkt allerdings nur, wenn die ganze Kette sie unterstützt: Karte, Leser, Controller und Ersteinrichtung. Eine teurere Karte ohne passenden Leser und ohne passende Konfiguration erhöht nur die Kosten. Fragen Sie deshalb vor der Bestellung, was das System tatsächlich von der Karte liest.

Wie gefährlich ist das Kopieren einer RFID-Karte?

Im Alltag entstehen die meisten Sicherheitslücken nicht durch kopierte Karten, sondern durch verliehene Karten, nicht gemeldete Verluste oder Karten ausgeschiedener Mitarbeiter, die noch aktiv sind. In sensiblen Bereichen sollten Sie das Duplizieren einfacher Karten dennoch ernst nehmen. Üblich sind drei Verteidigungslinien:

  • Technik: Für sensible Türen Karten mit starker Verschlüsselung verwenden – und sicherstellen, dass das System diese auch nutzt.
  • Software: Warnung bei doppelten Karten, sofortiges Sperren sowie eingeschränkte Türen und Zeitfenster begrenzen den Schaden einer kopierten Karte.
  • Abläufe: Kartenausgabe gegen Quittung, sofortige Verlustmeldung und Rückgabe der Karte beim Ausscheiden.

Das Vorgehen bei verlorenen Karten beschreiben wir ausführlich im Beitrag Verlorene Karte und Kartenkopie in der Zutrittskontrolle.

Karte, Schlüsselanhänger oder Transponder-Aufkleber?

Dieselbe RFID-Technik gibt es in verschiedenen Bauformen. Welche passt, hängt von der Nutzung ab:

Bauform Vorteil Geeignet für
Karte im Scheckkartenformat Platz für Foto und Namen, am Umhängeband tragbar Büropersonal und Belegschaft im Werk
Schlüsselanhänger Robust, immer am Schlüsselbund Bewohner von Wohnanlagen, Fußgängertüren
Aufkleber- oder Scheiben-Tag Bleibt am Fahrzeug und wandert nicht Parkplatzeinfahrten und Firmenfahrzeuge
Armband Unempfindlich gegen Wasser und Stöße Sportstätten und bestimmte Werkstattbereiche

Viele Verwaltungen kombinieren mehrere Formen. Fiktives Beispiel: Jede Bewohnerin einer Wohnanlage erhält einen Schlüsselanhänger für die Haustür und einen Transponder für ihr Auto. Dann ist wichtig, dass die Software mehrere Karten einer Person zuordnen kann.

Checkliste: Die richtige RFID-Karte für die Zutrittskontrolle wählen

  1. Klären Sie die Frequenz der vorhandenen oder geplanten Leser; die Karte muss dazu passen.
  2. Fragen Sie, ob das System nur die Seriennummer liest oder verschlüsselten Speicher nutzt.
  3. Teilen Sie die Türen nach Schutzbedarf ein; nicht jede Tür braucht die sicherste Karte.
  4. Wählen Sie die Bauform nach Nutzergruppe: Karte, Schlüsselanhänger oder Fahrzeug-Transponder.
  5. Prüfen Sie, ob Foto und Angaben auf die Karte gedruckt werden sollen.
  6. Legen Sie Reservebestand und Ablauf für Ersatzkarten vorab fest.
  7. Besorgen Sie ein Muster und testen Sie es am echten Leser, bevor Sie in großer Stückzahl bestellen.

Allgemeinere Kaufkriterien – von der Software bis zum Service – finden Sie im Kaufratgeber für kartenbasierte Zutrittskontrolle.

Was macht eine Zutrittskontrolle-Software mit Ihren Karten?

Selbst die sicherste Karte verliert ihren Wert ohne saubere Verwaltung in der Software. Nooradio, die Zutrittskontrolle-Software von P-Soft, arbeitet ausschließlich mit Karten und Transpondern, die über die Leser an den Zutrittspunkten erfasst werden: Sie legen jede Person mit all ihren Karten in einem einzigen Formular an, aktivieren oder sperren jede Karte sofort, ohne die Historie zu löschen, und erhalten eine Warnung, wenn eine Karte doppelt erfasst wird. Ab dem Tarif Pro kommen das Anlegen ganzer Kartennummernbereiche in einem Schritt und die Gruppierung von Karten hinzu – praktisch, wenn Dutzende Karten auf einmal an Belegschaft oder Bewohner ausgegeben werden. Die Oberfläche der Software ist Persisch.

Zu Kartentyp und Frequenz, die zu Ihren Lesern passen, machen wir für Nooradio bewusst keine pauschale Aussage: Lassen Sie die Daten Ihrer Leser vor dem Kartenkauf von den Fachleuten von P-Soft prüfen. Zur Erinnerung: Nooradio ist keine Kennzeichenerkennung, kein Kamerasystem und keine Zeiterfassung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine RFID-Karte?

Eine kontaktlose Karte mit Chip und Antenne, die ihre Nummer oder Daten per Funk an den Leser übergibt und in der Regel ohne Batterie auskommt.

Was ist der Unterschied zwischen 125 kHz und 13,56 MHz?

125-kHz-Karten tragen meist nur eine feste Nummer; viele 13,56-MHz-Karten bieten mehr Speicher und die Möglichkeit zur Verschlüsselung.

Was bedeutet MIFARE?

MIFARE ist der Name einer bekannten Kartenfamilie im 13,56-MHz-Band mit mehreren Generationen und unterschiedlichem Sicherheitsniveau.

Ist eine teurere Karte automatisch sicherer?

Nicht unbedingt. Liest das System nur die Seriennummer, bleibt die Verschlüsselung der Karte ungenutzt.

Mit welchen Karten funktioniert Nooradio?

Nooradio arbeitet mit Karten und Transpondern über die Leser an den Zutrittspunkten. Ob Ihr Leser und Ihre Karten passen, klären Sie am besten mit den Fachleuten von P-Soft.

Wie Nooradio die Karten und Transponder Ihrer Organisation verwaltet, zeigen wir Ihnen gern: Fragen Sie auf der Seite Nooradio Zutrittskontrolle-Software eine Vorführung an.

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P-Soft (Barsavosh Fanavaran) Expertenteam

Dieser Artikel wurde von den Spezialisten für Unternehmenssoftware bei Barsavosh Fanavaran (P-Soft) verfasst und geprüft – Entwickler von Produkten wie Hamkhoneh, Avadar, Nooradio und Hamahang.

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