Zutrittskontrolle

Zutrittszeiten und Zutrittsgruppen: Regeln richtig planen

Von P-Soft Expertenteam 11 Min. Lesezeit
Zutrittszeiten und Zutrittsgruppen: Regeln richtig planen — Ratgeber von Barsavosh Fanavaran

Zutrittszeiten legen fest, an welchen Wochentagen, in welchem Zeitfenster und an welchen Feiertagen eine Gruppe von Karten die Türen und Schranken passieren darf. Am besten planen Sie sie in drei Schritten: zuerst die Karten nach Rolle und Anwesenheitsmuster in Gruppen einteilen, dann jeder Gruppe ihre Zeitfenster geben und zuletzt das Verhalten an Feiertagen festlegen – nicht jede Karte einzeln einstellen.

Viele Zutrittskontrollsysteme erledigen nach der Inbetriebnahme nur eine einfache Aufgabe: Eine bekannte Karte öffnet die Tür, eine unbekannte nicht. Ihren eigentlichen Nutzen entfaltet die Zutrittskontrolle aber erst, wenn auch das „Wann“ geregelt ist: Die Büromitarbeiterin steht nicht um zwei Uhr nachts vor der Tür, der Dienstleister kommt am Sonntag nicht auf das Werksgelände, und die Tiefgarage ist über die Feiertage nur für Bewohner offen. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Zutrittsgruppen und Zeitprofile sinnvoll aufbauen, liefert eine vollständige Beispieltabelle und geht die Fehler durch, die in der Praxis immer wieder auftauchen. Alle Beispiele sind fiktiv und lassen sich auf jede Software für Zutrittskontrolle übertragen.

Was sind Zutrittszeiten und warum gehören sie zur Gruppe?

Technisch könnte man eine Zeitregel an jede einzelne Karte hängen. In der Praxis gerät das sehr schnell außer Kontrolle. Stellen Sie sich ein Gebäude mit vierhundert Karten vor, in dem eine Mieterfirma ihren Feierabend um eine halbe Stunde nach hinten verschiebt. Hängt die Regel an den Karten, müssen Sie Dutzende Karten einzeln bearbeiten. Hängt sie an der Gruppe, genügt eine einzige Änderung.

Daraus ergibt sich die richtige Logik: Die Karte gehört zur Person, die Person zur Gruppe, und die Regel zur Gruppe. Wechselt jemand seine Rolle, ändern Sie nur die Gruppenzugehörigkeit – alle passenden Regeln greifen automatisch.

Zutrittsgruppen im Zutrittskontrollsystem anlegen: Schritt für Schritt

  1. Anwesenheitsmuster sammeln, nicht Namen. Notieren Sie, wer wann durch welche Türen geht: Büropersonal im Tagdienst, Nachtschicht, Reinigung am Morgen, dauerhafte Bewohner und so weiter.
  2. Ähnliche Muster zusammenlegen. Haben zwei Personenkreise exakt dieselben Türen und dieselben Zeiten, reicht eine Gruppe.
  3. Erlaubte Zutrittspunkte je Gruppe festlegen. Ein Zeitfenster ohne klare Türen ist bedeutungslos.
  4. Zeitfenster für die Werktage eintragen. Für jeden Wochentag Beginn und Ende des erlaubten Zeitraums.
  5. Feiertagsverhalten definieren. Darf die Gruppe an gesetzlichen Feiertagen hinein? Wenn ja, in welchem Zeitfenster?
  6. Eine kleine Gruppe ohne Einschränkung bilden. Für Verwaltung und Haustechnik, die jederzeit gebraucht werden können – aber mit so wenigen Mitgliedern wie möglich.
  7. Vor dem Echtbetrieb testen. Prüfen Sie mit einigen Musterkarten jeder Gruppe genau an den Grenzzeiten, ob die Tür wie geplant öffnet oder geschlossen bleibt.

Fiktives Beispiel: Zeitprofile für ein Büro- und Geschäftshaus

Nehmen wir ein fiktives Gebäude mit Läden im Erdgeschoss, vier Büroetagen und einer Tiefgarage. Es gibt drei Zutrittspunkte: die Lobbytür, die Garagenschranke und die Tür zum Technikraum.

Gruppe Erlaubte Zutrittspunkte Montag bis Freitag Samstag Sonntag und Feiertage
Büropersonal Lobby, Garage 7:00 bis 19:00 7:00 bis 14:00 kein Zutritt
Ladenpersonal Lobby, Garage 9:00 bis 22:30 9:00 bis 22:30 16:00 bis 22:00
Reinigung Lobby 6:00 bis 9:00 und 18:00 bis 21:00 6:00 bis 10:00 kein Zutritt
Haustechnik Lobby, Garage, Technikraum rund um die Uhr rund um die Uhr rund um die Uhr
Hausverwaltung alle rund um die Uhr rund um die Uhr rund um die Uhr

Drei Details lohnen einen zweiten Blick: Die Reinigung hat zwei getrennte Zeitfenster pro Tag; das Ladenpersonal darf auch an Feiertagen in einem begrenzten Zeitraum hinein, weil die Geschäfte dann geöffnet haben; und nur zwei kleine Gruppen kommen in den Technikraum. Eine solche Tabelle sollten Sie auf Papier fertigstellen und von Verwaltung oder Beirat freigeben lassen, bevor irgendetwas in die Software eingegeben wird.

Feiertage in der Zutrittskontrolle definieren: die oft vergessenen Details

Feiertage verschieben sich von Jahr zu Jahr, manche sind nur regional gültig, und die Liste ist nie ganz statisch. Einige praktische Empfehlungen:

  • Tragen Sie die Feiertage zu Jahresbeginn ein und benennen Sie eine verantwortliche Person, die die Liste pflegt.
  • Rechnen Sie mit Kurzfristigem. Betriebsruhetage oder kurzfristig geschlossene Tage verlangen eine schnelle Entscheidung: Wird der Tag als Feiertag geführt oder nicht?
  • Lange Schließzeiten gesondert prüfen. Zwischen den Jahren oder in Betriebsferien soll sich das Gebäude vielleicht anders verhalten als an einem gewöhnlichen Sonntag.
  • Das Feiertagsverhalten je Gruppe ausdrücklich festlegen. „Kein Zutritt“ oder ein konkretes Zeitfenster – überlassen Sie es nicht einer Standardannahme des Systems.

Karten gruppieren: Wie viele Gruppen braucht eine Zutrittskontrolle?

Die Faustregel lautet: so wenige Gruppen wie möglich, solange keine Gruppe mehr Zutritt erhält als nötig. In den meisten mittelgroßen Gebäuden und Wohnanlagen decken etwa fünf bis fünfzehn Gruppen den Bedarf. Wächst die Zahl deutlich darüber hinaus, ist das meist ein Zeichen dafür, dass für einzelne Ausnahmen eigene Gruppen angelegt wurden.

Ausnahmen lösen Sie besser mit einer befristeten Gruppe, die ein Prüfdatum bekommt. Beispiel: Drei Mitarbeitende, die diesen Monat für ein Projekt länger bleiben, kommen in die Gruppe „Projekt-Überstunden“ und wechseln am Monatsende in ihre Stammgruppe zurück. Wie dieses Muster in der Praxis aussieht, zeigen unsere Beiträge zur Zutrittskontrolle für Mitarbeiter im Werk und zur Zutrittskontrolle im Bürogebäude.

Häufige Fehler bei Zeitprofilen und Zutrittsrechten

  • Das Zeitfenster beginnt exakt mit Arbeitsbeginn: Startet die Arbeit um 8:00 und der Zutritt ebenfalls, steht wer um 7:55 kommt vor verschlossener Tür. Planen Sie ein paar Minuten Puffer ein.
  • Den Ausgang vergessen: Kontrolliert ein Zutrittspunkt auch das Verlassen, darf niemand eingesperrt werden, der nach Ende des Zeitfensters noch im Gebäude ist. Klären Sie vorab, nach welcher Regel der Ausgang arbeitet, und halten Sie Notausgänge jederzeit frei.
  • Schichten über Mitternacht: Ein Zeitraum wie 22:00 bis 6:00 muss in manchen Systemen in zwei Zeitfenster an zwei Tagen aufgeteilt werden. Testen Sie, wie Ihre Software das abbildet.
  • Überlappende Gruppen: Braucht eine Person faktisch die Rechte zweier Gruppen, legen Sie lieber eine dritte Gruppe mit der passenden Kombination an, statt mit Tricks zu arbeiten.
  • Freien Durchgang aktiv lassen: Der Modus, in dem die in der Software registrierten Karten einen Zutrittspunkt passieren, ist für Veranstaltungen nützlich. Ob Zutrittszeiten und Gruppenregeln in diesem Modus weiter gelten, legt der Administrator fest. Ist er so eingestellt, dass sie nicht gelten, und wird der Modus danach nicht abgeschaltet, greifen die Zeitregeln dieses Zutrittspunkts nicht. Legen Sie die Einstellung also vorher fest und schalten Sie den Modus nach der Veranstaltung ab.
  • Keine Dokumentation: Weiß niemand mehr, warum eine Gruppe existiert, traut sich Monate später keiner, sie zu ändern oder zu löschen. Schreiben Sie zu jeder Gruppe eine Zeile Begründung.

Zutrittszeiten, freier Durchgang und manuelles Öffnen kombinieren

Zeitregeln sind für den Normalbetrieb gedacht. Für Ausnahmesituationen gibt es zwei weitere Werkzeuge: das manuelle Öffnen der Tür aus der Software für Einzelfälle – etwa für einen Besucher ohne Karte oder einen Mitarbeiter, der nach Absprache außerhalb der Zeiten kommt – und den freien Durchgang an einem einzelnen Zutrittspunkt, wenn bei einer Veranstaltung viele Menschen in kurzer Zeit hineinmüssen. Richtig kombiniert bleiben die Zeitregeln streng, ohne dass das Gebäude in Sondersituationen blockiert. Wie das in einer Wohnanlage mit Tiefgarage aussieht, beschreibt unser Beitrag zur Zufahrtskontrolle für die Tiefgarage einer Wohnanlage.

Checkliste: Zutrittsrechte regelmäßig überprüfen

  1. Gehen Sie alle drei Monate die Gruppenliste durch und entfernen Sie leere oder überholte Gruppen.
  2. Gleichen Sie befristete Gruppen mit ihrem Enddatum ab.
  3. Tragen Sie die Feiertage des kommenden Jahres vor Ende des laufenden Jahres ein.
  4. Prüfen Sie häufig abgewiesene Zutrittsversuche – manchmal zeigen sie eine Regel, die nicht zum tatsächlichen Arbeitsalltag passt.
  5. Lassen Sie die Mitglieder der Gruppe ohne Einschränkung erneut bestätigen.

Zutrittszeiten und Gruppen in der Software Nooradio

In Nooradio, dem Zutrittskontrollsystem von P-Soft für Karten und Transponder, stehen Kartengruppen, das Hinzufügen ganzer Kartenbereiche, Zutrittszeiten je Gruppe für Wochentage und Feiertage, der freie Durchgang und die Festlegung von Eingang oder Ausgang je Zutrittspunkt ab dem Plan Pro zur Verfügung. Der Plan Start (bis 2 Zutrittspunkte) passt zu Gebäuden, die nur Personen und Karten verwalten, Karten sofort sperren oder freigeben und den Verkehr live sehen wollen – ohne Zeitregeln. Manuelles Öffnen aus der Software und getrennte Rollen für Administrator und Bediener gibt es in allen Plänen. Die Bedienoberfläche ist auf Persisch. Wichtig: Nooradio steuert den Durchgang; Zeiterfassung, Arbeitszeitberechnung oder Lohnabrechnung gehören nicht zum Funktionsumfang.

Häufig gestellte Fragen

Sollte man Zutrittszeiten pro Karte oder pro Gruppe festlegen?

Pro Gruppe. So aktualisiert eine einzige Änderung die Regel für alle Mitglieder, und die Kartenverwaltung bleibt übersichtlich.

Wie definiert man Feiertage in der Zutrittskontrolle?

Tragen Sie die gesetzlichen Feiertage zu Jahresbeginn ein und legen Sie für jede Gruppe ausdrücklich fest, was an einem Feiertag gilt.

Wie viele Zutrittsgruppen braucht ein Gebäude?

In den meisten mittelgroßen Gebäuden fünf bis fünfzehn. Sehr viele Gruppen deuten meist darauf hin, dass für Ausnahmen eigene Gruppen gebaut wurden.

Wie kommt ein Besucher außerhalb der Zutrittszeiten hinein?

Nach Absprache wird die Tür manuell aus der Software geöffnet; die Gruppenregeln bleiben dabei unverändert.

In welchem Nooradio-Plan gibt es Zutrittszeiten?

Zutrittszeiten, Kartengruppen und freier Durchgang sind ab dem Plan Pro (bis 8 Zutrittspunkte) enthalten, ebenso im Plan Elite.

Sie möchten sehen, wie sich die Gruppen und Zeitprofile Ihres Gebäudes oder Standorts in Nooradio abbilden lassen? Mehr zu Funktionen und Plänen sowie die Demo-Anfrage finden Sie auf der Seite Zutrittskontrolle Software Nooradio.

Weiterführende Artikel

Passendes Produkt zu diesem Thema
Teilen:

P-Soft (Barsavosh Fanavaran) Expertenteam

Dieser Artikel wurde von den Spezialisten für Unternehmenssoftware bei Barsavosh Fanavaran (P-Soft) verfasst und geprüft – Entwickler von Produkten wie Hamkhoneh, Avadar, Nooradio und Hamahang.

Haben Sie ein Projekt im Kopf?

Das Barsavosh-Team entwickelt maßgeschneiderte Software und KI-Lösungen für Ihr Unternehmen.

Kontakt
Eitaa